Anlässlich der heutigen Beratung des Berufsbildungsberichts durch das Bundeskabinett äußert sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zutiefst besorgt über die schlechte Ausbildungsmarktlage: „Dass rund 40.000 junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen sind, ist nicht akzeptabel. Es bilden zu wenige Betriebe aus, und viele, die ausbilden, haben ihr Angebot an Ausbildungs-plätzen weiter zusammengestrichen. Über Fachkräftemangel zu klagen und sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen, passt nicht zusammen”, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Inzwischen würde nicht einmal mehr jeder fünfte Betrieb ausbilden. Um einen Anreiz zu schaffen, damit wieder mehr Betriebe ausbilden, sei die bundesweite Einführung einer Ausbildungsumlage dringend erforderlich. Vorbildlich seien hier die Ausbildungsfonds von Bremen und Berlin.
Die Arbeitsagenturen vor Ort seien zudem gefordert, das Versprechen der gesetzlichen Ausbildungsgarantie einzulösen, so Bühler weiter. Es müssten deutlich mehr außer-betriebliche Ausbildungsangebote als verlässliches Auffangnetz bereit-gestellt werden. Darüber hinaus müsse der Gesetzgeber die bestehende Ausbildungsgarantie konsequent weiterentwickeln. Um allen jungen Menschen eine Perspektive zu geben, müssten insbesondere die hohen Zugangshürden abgebaut werden.
Darüber hinaus kritisiert ver.di die unzureichende Berücksichtigung von Ausbildungen in den sozialen Berufen im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung: „Der Berufsbildungs-bericht ist auf die duale Berufsaus-bildung nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung fokussiert. Das wird der Bedeutung der sozialen Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen und in der Bildung nicht gerecht“, so Bühler. „Die gesetzliche Grundlage des Berufsbildungsberichts muss erweitert werden, um auch in diesen Branchen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt umfassend abzubilden.“
Pressemitteilung vom 06.05.2026 von ver.di
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